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Album Review: Logic – Under Pressure

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Ich habe Logic in der Vergangenheit nicht wirklich viel Aufmerksamkeit geschenkt. Natürlich kam man nicht ganz an Logic vorbei, der ein oder andere Track landete auch auf dieser Seite hier aber die Intention, seine Mixtapes mal durchzuhören, verspürte ich nie wirklich. Doch der plötzliche Hype auf etlichen Seiten, bezüglich des ersten Studio Albums von Logic, mit dem vielversprechenden Namen „Under Pressure“, lies mich ein Auge auf das Projekt behalten. Meine Neugier siegte und ich nahm mir vor, dass Album zu downloaden und es mir audio-visuell einzuverleiben. Dabei wusste ich nicht wirklich was mich erwarten würde, natürlich kannte ich das Cudi-Sample oder sein dato bekanntester Track “All I Do“, Tracks die in meinen Ohren verheißungsvoll waren aber mich auch nicht wirklich vom Hocker warfen. Sein Sound war schon immer ein Rätsel für mich, so wie der Mensch an sich selber. Ein weißer Rapper mit schwarzen Vater, der sich aber nicht wirklich weiß fühlte, wenn man dies überhaupt fühlen kann?!

Der erste Track trägt den Titel “Intro“, was mich schon direkt etwas skeptisch stimmte, da ein Intro Track entweder den restlichen Verlauf des Album bestimmt oder eben dieses Album durch seine Existenz total beeinträchtigt. Ich hoffte also, dass Logic mich nicht enttäuschen würde. Eine Piano Melodie stimmt das Album an und Logic erhebt sich lyrisch aus dem Schatten des Untergrundes, mit einem Flow der sofort meine Aufmerksamkeit erregte. Sein erster Satz auf diesen Album: “I just wanna make these music lovers remember again” welches auch das Thema des Albums einzementiert: Logic will Musikliebhaber einfach daran erinnern, warum sie Musik lieben. “Under Pressure“ funktioniert auf so vielen Ebenen und ermöglicht Logic nicht nur eine Bravurleistung seines eigenen Sounds, sondern auch diesen dem Hip-Hop-Mainstream zu präsentieren und diesen daran zu erinnern, wie sich Musik anhören sollte. 

Logic versteht es, eine Hip-Hop-Mainstream Message ordentlich zu verpacken, so wie ich zwei Anglizismen gepaart mit zwei Alliterationen weiss in meinen Texten zu verpacken. Dafür verstümmelt Er seine Texte nicht oder fügt irgendwelche Hype-Phrases ein, um kommerziellen Erfolg zu erzielen ud so Anklang bei der breiten Masse zu finden. Stattdessen, fokussiert Er das Rampenlicht auf seine Geschichten. Jeder Track auf diesem Album erzählt eine Geschichte aus Logic‘s Leben, welche aber nicht in eine vollständige Erzählung ausartet. Sie erzählen Ereignisse oder Phasen, die ihn als Mensch und Künstler geprägt haben. Das Album ist reich an guten Lyrics, durchströmt von einem guten Flow und einer exzellenten Beat-Auswahl, die teilweise Parallelen zu Kendrick Lamar‘s “Good Kid M.a.a.d City“ aufweist. Tracks wie “Soul Food”, “Never Enough” oder “Gang Related“ die zum Kopf nicken einladen oder “Bounce“ der dich auch unterhalb deines Torsos zum bewegen animiert. Die Interpretation diesbezüglich, überlasse ich euch. Abgesehen von diesen positiven Elementen, erzählt uns Logic eine Geschichte von Kampf und Triumph, welche sich auf dem Track “Under Pressure“ gipfelt.

Der Track “Under Pressure“ erzählt uns ein paar Anekdoten aus dem Leben des Rappers. Dabei werden Telefonanrufe eingespielt, die tatsächliche Aufnahmen von seiner Familie darstellen. Auch eine Antwort von Logic wird eingespielt, die nicht nur die Beziehung zu seiner Familie offenbart, sondern auch unter welchem Druck Er steckt.

Anrufe von seiner Schwester, Bruder und seinem entfremdeten sowie Crack abhängigen Vater, zeigen den Kampf gegen Sucht, Missbrauch, finanzielle Schwierigkeiten und anderen Kämpfen auf, die unweigerlich auf Logic‘s Schultern lasten. Logic versteht unter welchen Druck Er steht, er muss erfolgreich sein, doch trotz alledem will Er gar nicht 1 Million Exemplare seines Album verkaufen. Er will nur “make music lovers remember again” und mit “Under Pressure” hat Er nicht nur eines der besten Alben dieses Jahres kreiert, sondern auch seine Message dem Mainstream erfolgreich vermittelt.

Cheers!